Eviny und Mer bündeln Kräfte – Neuer Ladegigant entsteht in Nordeuropa
Der norwegische Energieversorger Eviny und die Statkraft-Tochter Mer wollen ihre Schnellladeaktivitäten zusammenführen. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigungen entsteht damit der größte Betreiber von Schnellladeinfrastruktur in den nordischen Ländern. Auch das öffentliche Deutschlandgeschäft von Mer soll zu einem späteren Zeitpunkt in die neue Gesellschaft integriert werden. Die neue Gesellschaft wird unter dem Namen Eviny Elektrifisering firmieren und ihren Hauptsitz im norwegischen Bergen haben. An dem Unternehmen hält Eviny künftig 57 Prozent der Anteile, während Statkraft als Minderheitsgesellschafter mit 43 Prozent beteiligt bleibt. Bestandteil der Transaktion ist ausschließlich das öffentliche Schnellladegeschäft von Mer. Die Geschäftsfelder Mer Austria sowie Mer Business Germany bleiben zunächst unabhängig.
Konsolidierung als Antwort auf den Wettbewerbsdruck
Mit der Fusion reagieren beide Unternehmen auf die zunehmende Konsolidierung des europäischen Schnelllademarktes. Steigende Investitionskosten, wachsender Wettbewerb und der Bedarf an einer besseren Auslastung der Ladeinfrastruktur machen größere Unternehmensstrukturen wirtschaftlich attraktiver. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen soll die Zusammenlegung sowohl die Profitabilität erhöhen als auch das Kundenerlebnis verbessern. Das gemeinsame Unternehmen wird künftig in Norwegen, Schweden und Dänemark aktiv sein und perspektivisch auch das öffentliche Schnellladenetz von Mer in Deutschland integrieren. Insgesamt sollen mehr als eine Million registrierte Kundinnen und Kunden auf das gemeinsame Netzwerk zugreifen können. In Norwegen erreicht der neue Anbieter einen Marktanteil von rund 24 Prozent, in Schweden etwa 14 Prozent. (
Deutschland bleibt wichtiger Wachstumsmarkt
Für den deutschen Markt besitzt die Fusion ebenfalls strategische Bedeutung. Eviny treibt den Ausbau seines Schnellladenetzes hierzulande bereits seit mehreren Jahren voran und erhielt im Rahmen des Deutschlandnetzes den Zuschlag für rund 140 Standorte. Die geplante Integration des öffentlichen Mer-Geschäfts würde die Marktposition des Unternehmens zusätzlich stärken und das Ladenetz deutlich erweitern.
Größenvorteile sollen Wachstum finanzieren
Nach Unternehmensangaben soll die Zusammenführung die Umsätze deutlich steigern und gleichzeitig die Betriebskosten senken. Durch die größere Netzabdeckung, gemeinsame digitale Plattformen sowie gebündelte Standorte sollen Skaleneffekte entstehen, die weiteres Wachstum aus eigener Kraft ermöglichen. Kunden profitieren nach Angaben der Unternehmen von einem größeren Ladenetz, einer vereinfachten Nutzung mit weniger unterschiedlichen Apps sowie wettbewerbsfähigen Preisen.
Mit der geplanten Fusion setzt sich der Trend zur Konsolidierung im europäischen Ladeinfrastrukturmarkt fort. Während die Zahl der Elektrofahrzeuge weiter steigt, wird die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Schnellladenetze zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Größere Betreiber können Investitionen effizienter stemmen und ihre Netze besser auslasten – ein Vorteil, der künftig eine immer wichtigere Rolle spielen dürfte.
Bild: eviny
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