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Renault erweitert Sprachsteuerung: Google Gemini hält per Fernupdate Einzug

Renault stattet zahlreiche seiner aktuellen Fahrzeugmodelle mit dem KI-Assistenten Google Gemini aus. Die neue Sprachtechnologie wird über ein Over-the-Air-Update (OTA) auf kompatible Fahrzeuge übertragen und ersetzt dort schrittweise den bislang eingesetzten Google Assistant. Für Kunden ist die Aktualisierung kostenlos und kann ohne Werkstattbesuch installiert werden.

Voraussetzung für die Nutzung ist das Infotainmentsystem OpenR Link mit integrierten Google-Diensten, das Renault seit 2022 in verschiedenen Baureihen einsetzt. Die Einführung von Gemini läuft bereits seit Mitte Juni in mehreren europäischen Märkten und soll sukzessive auf weitere Regionen ausgeweitet werden.

Natürlichere Kommunikation im Fahrzeug

Mit der Integration von Gemini verfolgt Renault das Ziel, die Sprachbedienung im Fahrzeug deutlich intuitiver zu gestalten. Während klassische Sprachassistenten häufig auf fest definierte Befehle angewiesen sind, soll die neue KI auch komplexere und natürlich formulierte Anfragen verstehen. Fahrerinnen und Fahrer können dadurch nicht nur Navigationsziele eingeben oder Musik auswählen, sondern auch zusammenhängende Gespräche mit dem System führen.

Darüber hinaus ermöglicht die tiefere Integration in die Fahrzeugsoftware die Steuerung verschiedener Fahrzeugfunktionen per Sprache. Dazu zählen unter anderem die Klimatisierung, Navigationsfunktionen, Radioeinstellungen sowie bestimmte Fahrzeugeinstellungen.

Elektroautos profitieren von erweiterten Funktionen

Besonders bei Elektrofahrzeugen eröffnet die neue KI zusätzliche Möglichkeiten. Gemini kann fahrzeugspezifische Daten wie den aktuellen Ladezustand oder die verbleibende Reichweite in die Navigation einbeziehen. Dadurch lassen sich Routenplanungen stärker an den tatsächlichen Fahrzeugparametern ausrichten.

Renault verspricht zudem eine kontextbezogene Interaktion: Das System soll frühere Eingaben berücksichtigen und Folgefragen verstehen, ohne dass Nutzer ihre Anweisung erneut vollständig formulieren müssen.

Aktivierung erfolgt freiwillig

Die Nutzung von Gemini bleibt optional. Fahrzeughalter müssen den Dienst zunächst über das zentrale Infotainmentsystem aktivieren und sich mit einem Google-Konto anmelden. Wer die neue KI-Funktion nicht verwenden möchte, kann weiterhin auf die bestehenden Fahrzeugfunktionen zurückgreifen.

Nach Angaben des Herstellers wird die Einführung zunächst in 13 Sprachen erfolgen, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Weitere Sprachversionen und zusätzliche KI-Funktionen sollen im Laufe der kommenden Monate per Software-Update nachgereicht werden.

Software wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor

Mit der Einführung von Gemini folgt Renault einem Trend, der die Automobilbranche zunehmend prägt: Software und künstliche Intelligenz entwickeln sich zu zentralen Unterscheidungsmerkmalen moderner Fahrzeuge. Hersteller investieren verstärkt in digitale Ökosysteme, um Funktionen auch nach dem Fahrzeugkauf kontinuierlich erweitern zu können.

Die Integration von KI-Assistenten wie Gemini könnte dabei künftig weit über klassische Sprachsteuerung hinausgehen. Branchenbeobachter erwarten, dass Fahrzeuge zunehmend zu intelligenten, vernetzten Plattformen werden, die Fahrer im Alltag, bei der Navigation und bei der Fahrzeugbedienung aktiv unterstützen.

Bild: Renault

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