Opel setzt bei Elektro-SUV auf China-Kooperation – Produktion in Spanien
Der Autobauer Opel richtet seine künftige Elektrostrategie stärker international aus. Für ein neues Kompakt-SUV arbeitet die Marke eng mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor zusammen. Während die Entwicklung des Fahrzeugs in China beginnt, soll die spätere Serienproduktion in Spanien erfolgen. Damit entsteht eines der ersten großen Gemeinschaftsprojekte innerhalb des Stellantis-Konzerns, bei dem europäische Fertigung mit chinesischer Elektrokompetenz kombiniert wird.
Entwicklung in China, Produktion in Europa
Nach Angaben von Opel-Chef Florian Huettl läuft die Entwicklung des neuen Modells bereits an. Das Fahrzeug soll in der Kompaktklasse positioniert werden und ausschließlich elektrisch fahren. Ziel ist ein Marktstart im Jahr 2028. Produziert werden soll das SUV im spanischen Werk Saragossa, das seit vielen Jahren zu den wichtigsten Produktionsstandorten der Marke zählt.
Die Zusammenarbeit mit Leapmotor ist Teil einer umfassenderen Strategie von Stellantis. Der Konzern will den Zugang zu günstigerer Batterie- und Softwaretechnologie aus China nutzen und gleichzeitig die Auslastung seiner europäischen Werke verbessern. Opel übernimmt dabei vor allem die europäische Markenführung und die Anpassung an die Anforderungen des hiesigen Marktes.
Leapmotor bringt Elektro-Know-how ein
Der chinesische Partner Leapmotor soll vor allem die technische Basis und die digitale Architektur liefern. Das Unternehmen gilt als einer der aufstrebenden Elektroautohersteller Chinas und verfügt über Erfahrung bei kostengünstigen Plattformen für E-Fahrzeuge.
Bereits im Sommer dieses Jahres soll Leapmotor im Werk Saragossa mit der Produktion des eigenen SUV-Modells B10 beginnen. Das Fahrzeug gehört ebenfalls zur Kompaktklasse und misst rund 4,5 Meter in der Länge. Damit bewegt es sich in einem ähnlichen Segment wie der geplante Opel-Neuling.
Die Kooperation geht jedoch über ein einzelnes Modell hinaus. Für das Jahr 2028 ist ein weiteres Leapmotor-Fahrzeug im Werk Villaverde bei Madrid geplant. Dort endet perspektivisch die Produktion des Citroën C4, wodurch neue Kapazitäten entstehen.
Rüsselsheim verliert weiter an Bedeutung
Während China und Spanien in dem Projekt zentrale Rollen übernehmen, verliert der traditionelle Opel-Standort Rüsselsheim weiter an Einfluss. Die Entwicklungsabteilung dort wird nach Unternehmensangaben erneut verkleinert. Damit setzt sich ein Trend fort, bei dem immer mehr Entwicklungsaufgaben innerhalb des Stellantis-Konzerns international verteilt werden.
Für Opel bedeutet die Kooperation dennoch eine wichtige Rolle innerhalb des Konzerns. Die Marke wird zum Vorreiter einer neuen Strategie, bei der chinesische Technologie mit europäischer Produktion kombiniert werden soll. Hintergrund sind auch die hohen Kosten und Schwierigkeiten, mit denen Stellantis bei seiner bisherigen Elektrooffensive insbesondere in den USA zu kämpfen hatte.
Neue Strategie für Europas Automarkt
Mit dem gemeinsamen Projekt reagiert Stellantis auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck im europäischen Elektroautomarkt. Hersteller aus China gewinnen mit günstigen Preisen und moderner Technik zunehmend Marktanteile. Durch die Partnerschaft mit Leapmotor hofft der Konzern, schneller und kosteneffizienter neue Modelle auf den Markt bringen zu können.
Zugleich bleibt die Fertigung in Europa ein zentraler Bestandteil der Strategie. Die Produktion in Spanien soll nicht nur Lieferwege verkürzen, sondern auch Arbeitsplätze in den bestehenden Werken sichern.
Ob das neue Opel-SUV am Ende deutlich vom Leapmotor B10 abweichen wird oder viele technische Gemeinsamkeiten übernimmt, ist bislang offen. Klar ist jedoch: Die Grenzen zwischen europäischen und chinesischen Automobilprojekten werden zunehmend kleiner.
Bild: Opel
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