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CATL Werk Ungarn startet im Frühjahr 2026

Die neue Batteriefabrik des chinesischen Zellherstellers CATL im ungarischen Debrecen nähert sich dem Produktionsstart. Nach aktuellem Stand plant das Unternehmen, im Frühjahr 2026 mit der Serienfertigung von Batteriezellen zu beginnen. Der genaue Zeitpunkt hängt noch von den letzten behördlichen Freigaben ab, doch CATL rechnet mit einem Anlauf im März oder April. Bereits seit 2024 werden an dem Standort Batteriemodule montiert; rund 30.000 Stück wurden bislang produziert, jedoch noch mit Zellen aus anderen Werken des Konzerns. Mit der Installation der neuen Fertigungslinien entsteht nun erstmals die Möglichkeit, komplette Batterien direkt vor Ort zu fertigen.

Für den Hochlauf erweitert CATL die Belegschaft deutlich. Statt der bisher rund 1.000 Mitarbeiter sollen in den ersten Monaten des Jahres 2026 etwa 1.500 Beschäftigte im Werk tätig sein. Ein Großteil der Belegschaft stammt aus Debrecen und der umliegenden Region, wodurch der Standort auch wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Fabrik soll zum Start jährlich rund 40 Gigawattstunden Batteriekapazität bereitstellen und zählt damit zu den größten Zellproduktionsstätten Europas. Laut CATL ist diese Kapazität bereits vollständig von Kunden aus der Automobilbranche vorgebucht. Die in Debrecen produzierten Zellen sind für europäische Elektrofahrzeuge vorgesehen und sollen Reichweiten jenseits von 750 Kilometern ermöglichen – ein Leistungsniveau, das insbesondere für neuere Fahrzeuggenerationen entscheidend ist.

Parallel zum Produktionsaufbau hat CATL seine Umweltkonzeption überarbeitet. Im Genehmigungsverfahren wurden der Energieverbrauch sowie der Bedarf an Trinkwasser und weiteren Ressourcen deutlich reduziert. Unter anderem sollen Emissionen um mehr als 40 Prozent sinken. Bis zur vollständigen Anbindung an die städtische Wasserversorgung greift das Werk auf Regenwasser sowie Wasser aus der Tisza zurück; langfristig ist eine Mischung aus Oberflächenwasser und aufbereitetem Abwasser geplant. Mit diesen Maßnahmen reagiert CATL auch auf öffentliche Diskussionen über die Umweltauswirkungen des Standorts.

Mit der Fabrikeröffnung stärkt CATL seine Präsenz in Europa deutlich. Die neue Zellproduktion soll die Abhängigkeit europäischer Autohersteller von asiatischen Importen reduzieren und die Stabilität der Lieferketten verbessern. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen könnte Debrecen zu einem der zentralen Standorte der europäischen Batteriewirtschaft werden.

Bild: CATL

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