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Mercedes’ 132-km/h-Panne beim VLE: Wie ein Konfiguratorfehler eine falsche Geschichte schrieb

Ein einziger falscher Eintrag im Online-Konfigurator genügte, um eine Welle von Medienberichten auszulösen: Beim neuen Mercedes-Benz VLE wurde zeitweise eine Höchstgeschwindigkeit von lediglich 132 km/h ausgewiesen. Die Angabe wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen, kommentiert und analysiert. Das Problem dabei: Sie war schlicht falsch.

Inzwischen hat Mercedes-Benz den Fehler auch endlich korrigiert. Die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit des VLE liegt bei 180 km/h. Dennoch zeigt der Vorfall eindrucksvoll, wie schnell sich fehlerhafte Informationen verbreiten können – und wie schwer sie sich anschließend wieder einfangen lassen.

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Die Zahl, die nicht ins Gesamtbild passte

Schon beim ersten Blick auf die technischen Daten wirkte die Angabe widersprüchlich. Der VLE tritt als neues elektrisches Großraumfahrzeug auf Basis der Van Electric Architecture (VAN.EA) an und soll sowohl Familien als auch Shuttle- und Geschäftskunden ansprechen. Mercedes kommuniziert Reichweiten von über 700 Kilometern, moderne 800-Volt-Technik und leistungsstarke Antriebe. Vor diesem Hintergrund erschien eine Begrenzung auf lediglich 132 km/h kaum nachvollziehbar. Dennoch wurde die Zahl als offizielle Herstellerangabe wahrgenommen – schließlich stammte sie direkt aus dem Konfigurator. Genau darin lag das Problem.

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Vom Datenbankfehler zur Schlagzeile

In der heutigen Automobilberichterstattung gelten Hersteller-Konfiguratoren als Primärquelle. Werden dort technische Daten veröffentlicht, werden diese häufig ohne weitere Rückfrage übernommen. Die vermeintliche Höchstgeschwindigkeit von 132 km/h war zudem außergewöhnlich genug, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Schnell entstanden Diskussionen über die Sinnhaftigkeit einer solchen Begrenzung, über die Langstreckentauglichkeit des Fahrzeugs und über die generelle Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Aus einer fehlerhaften Zahl wurde innerhalb kürzester Zeit eine Geschichte.

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Die Korrektur kam viel zu spät

Erst nach entsprechenden Nachfragen stellte sich heraus, dass die Angabe im Konfigurator fehlerhaft war. Mercedes bestätigte inzwischen, dass die Höchstgeschwindigkeit des VLE bei 180 km/h liegt und die 132 km/h auf einen Fehler in den veröffentlichten Daten zurückzuführen waren. Der Eintrag wurde anschließend korrigiert. Doch zu diesem Zeitpunkt hatten sich die ursprünglichen Meldungen bereits verbreitet. Zahlreiche Artikel, Social-Media-Beiträge und Diskussionen basierten auf der falschen Angabe, wie ein Beitrag von ausfahrt.tv News auf Youtube (Link hier) – auf Rückfragen reagierte Mercedes zuerst auch nicht.

Ein vermeidbarer Imageschaden

Für Mercedes ist der Vorfall zwar technisch belanglos, kommunikativ jedoch unerquicklich. Gerade bei einem völlig neuen Modell ist die öffentliche Wahrnehmung entscheidend. Viele potenzielle Kunden kommen erstmals über Medienberichte mit dem Fahrzeug in Kontakt. Wer lediglich die ursprünglichen Schlagzeilen gelesen hat, könnte bis heute davon ausgehen, dass der VLE tatsächlich nur 132 km/h fährt. Damit entstand aus einem simplen Datenbankfehler ein vermeidbarer Imageschaden. Nicht weil das Fahrzeug diese Eigenschaft besitzt, sondern weil sie zeitweise offiziell so kommuniziert wurde.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

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