Tesla Semi kommt nach Europa – Marktstart erst 2027
Tesla hat erstmals technische Eckdaten für die europäische Variante seines elektrischen Sattelschleppers Semi vorgestellt. Zu sehen ist der Lkw ab dem 15. September auf der IAA Transportation in Hannover, wo am Vortag ein Pressetag stattfindet. Der Marktstart in Europa lässt allerdings noch auf sich warten: Erste Auslieferungen an Kunden sind laut Tesla erst für 2027 geplant.
Technik: Drei Motoren, hohe Reichweite
Der Semi ist als reines Batteriefahrzeug konzipiert, bei dem Tesla auf eigene Entwicklungen in den Bereichen Akkutechnik, Software und Antriebsstrang setzt. Laut Herstellerangaben kommt der Lkw im Praxisbetrieb auf einen Verbrauch von rund einer Kilowattstunde pro Kilometer und schafft damit eine Reichweite von etwa 550 Kilometern pro Ladung.
Angetrieben wird das Fahrzeug von drei separaten Elektromotoren an der Hinterachse, die gemeinsam bis zu 800 Kilowatt leisten. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 40 Tonnen bringt der Semi ein Leergewicht von unter 9.100 Kilogramm auf die Waage. Ein zusätzlicher elektrischer Nebenabtrieb liefert bis zu 25 Kilowatt für angeschlossene Aufbauten. Tesla wirbt zudem damit, dass der elektrische Antrieb im Vergleich zu Dieselmotoren sofort verfügbares Drehmoment biete – etwa beim Einfädeln in den Verkehr oder an Steigungen – und dabei leiser sowie vibrationsärmer arbeite.
Wie schlägt sich der Semi im Vergleich?
Bei der Reichweite liegt der Semi zwischen dem Mercedes-Benz eActros 600, der rund 500 Kilometer schafft, und Elektro-Lkw von Volvo und MAN, die mit bis zu 700 beziehungsweise 720 Kilometern angegeben werden. Bei der Antriebsleistung übertrifft Tesla mit 800 Kilowatt die bislang genannten Werte der Konkurrenz deutlich, während das zulässige Gesamtgewicht von 40 Tonnen unter den 44 bis 48 Tonnen liegt, die Mercedes und Volvo für ihre Modelle angeben.
Ein wichtiger Unterschied bleibt jedoch die Verfügbarkeit: Anbieter wie Mercedes, MAN und Scania liefern ihre Elektro-Lkw in Europa bereits aus oder nehmen Bestellungen entgegen – Tesla lässt seine europäischen Kunden dagegen noch bis 2027 warten.
Preis weiterhin offen
Einen konkreten Preis für die europäische Version nennt Tesla bisher nicht. In den USA kostet der Semi je nach Ausstattung zwischen 260.000 und 290.000 US-Dollar für die Standard- beziehungsweise Long-Range-Version. Wegen unterschiedlicher Steuern und technischer Spezifikationen lässt sich daraus jedoch kein europäischer Listenpreis ableiten.
Auch bei der Konkurrenz herrscht in Sachen Preis weitgehend Unklarheit: Weder Mercedes-Benz Trucks noch Volvo Trucks oder MAN haben bislang offizielle Preise für ihre Elektro-Lkw veröffentlicht. Für den eActros 600 kursieren Schätzungen zwischen 250.000 und 340.000 Euro, eine Bestätigung des Herstellers dafür gibt es aber nicht. Ein verlässlicher Preisvergleich zwischen dem Tesla Semi und der europäischen Konkurrenz ist damit derzeit nicht möglich.
Niedrigere Betriebskosten dank eigenem Ladenetz
Tesla argumentiert, der Semi sei im Betrieb günstiger als vergleichbare Diesel-Lkw, da Stromkosten pro Kilometer niedriger ausfallen und aufwendige Abgasnachbehandlungssysteme entfallen. Zusätzlich sollen Ferndiagnosen und Software-Updates über die Mobilfunkverbindung dazu beitragen, Standzeiten durch Werkstattaufenthalte zu reduzieren.
Für die Energieversorgung setzt Tesla auf sein eigenes Megacharger-Ladenetzwerk. An diesen Stationen soll der Akku mit einer Ladeleistung von bis zu 800 Kilowatt innerhalb von 30 Minuten auf bis zu 60 Prozent seiner Reichweite aufgeladen werden können.
Bild: Tesla
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