Mercedes-Ladekarte wieder nutzbar: Einigung mit Stadtwerken bringt Zugang zurück
Nach einer monatelangen Unterbrechung gibt es nun Klarheit für viele Fahrer von Mercedes-Benz- und smart-Elektrofahrzeugen: Die Ladeinfrastruktur der deutschen Stadtwerke steht wieder zur Verfügung. Möglich macht dies eine neue Vereinbarung zwischen der DCS GmbH und zahlreichen kommunalen Energieversorgern.
Hintergrund: Warum das Laden plötzlich nicht mehr möglich war
Zum 1. September 2025 verloren Nutzer der Mercedes-Ladekarte den Zugang zu einem großen Teil der kommunalen Ladeinfrastruktur. Betroffen waren rund 270 Stadtwerke mit etwa 28.500 Ladepunkten in ganz Deutschland. Grund waren ausgelaufene oder neu verhandelte Roaming- und Abrechnungsverträge, die keine Einigung fanden.
Für viele E-Mobilisten bedeutete das einen spürbaren Einschnitt, insbesondere in Städten und kleineren Kommunen, in denen Stadtwerke den Großteil der öffentlich zugänglichen AC-Ladepunkte betreiben.
Die neue Einigung: Laden wieder möglich, aber teurer
Mit der nun erzielten Einigung ist das AC-Laden an Stadtwerke-Säulen wieder freigeschaltet. Allerdings hat sich die Preisstruktur deutlich verändert:
-
AC-Laden: rund 0,64 € pro kWh
-
Blockiergebühr: greift erst nach 8 Stunden, anschließend 3,60 € pro Stunde
-
Rabatte: möglich über kostenpflichtige Mercedes-Abos (MB Charge Public M oder L)
Die verlängerte blockierfreie Zeit ist insbesondere für Laternenparker und Arbeitsplatzlader relevant, während die kWh-Preise von vielen Nutzern als hoch eingeschätzt werden.
Reaktionen: Erleichterung trifft auf Kritik
In der E-Auto-Community wird die Rückkehr der Ladepunkte grundsätzlich begrüßt. Gleichzeitig sorgt das Preisniveau für Diskussionen. Viele Fahrer sehen AC-Laden zu diesen Konditionen nur noch als Notlösung und weichen verstärkt auf:
-
Heimladen
-
Arbeitgeber-Ladepunkte
-
DC-Schnelllader mit teils günstigeren Tarifen
Besonders kritisch wird bewertet, dass langsames AC-Laden preislich kaum noch unter Schnellladen liegt – ein Trend, der sich bundesweit abzeichnet.
Bedeutung für die Elektromobilität
Die Einigung zeigt exemplarisch, wo die Herausforderungen der Elektromobilität in Deutschland liegen:
Nicht die Anzahl der Ladepunkte allein ist entscheidend, sondern Zugänglichkeit, Tariftransparenz und faire Preise. Fragmentierte Abrechnungssysteme und häufige Vertragswechsel verunsichern Nutzer und erschweren die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen.
Gerade kommunale Ladeinfrastruktur spielt eine Schlüsselrolle für urbane Mobilität. Ohne wirtschaftlich sinnvolle Tarife droht sie jedoch an Akzeptanz zu verlieren.
Bilder: Mercedes-Benz Group AG
Share this content:




Kommentar abschicken