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Hyundai schickt den Staria Elektro ins Rennen gegen den Mercedes VLE

Mercedes hat mit dem VLE gerade erst eine neue Van-Gattung erfunden – halb Luxuslimousine, halb Großraumfahrzeug, vollelektrisch und randvoll mit Technik. Nun tritt mit dem Hyundai Staria Elektro ein Herausforderer an, der zwar in einer ganz anderen Preisliga antritt, dem Stuttgarter Platzhirsch aber inhaltlich näherkommt, als es der Preisunterschied vermuten lässt.

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Der Angreifer aus Korea

Der Hyundai Staria ist seit 2021 auf dem Markt und tritt seither als kantig-futuristisch gezeichneter Familienvan gegen Modelle wie den VW Multivan an. Nachdem er zuletzt nur noch als Vollhybrid erhältlich war, rollt 2026 die vollelektrische Version nach. Bestellbar ist der Staria Elektro seit Anfang des Jahres, die Preise starten bei 57.450 Euro.

Technisch fährt der Koreaner überraschend selbstbewusst auf: Eine 800-Volt-Architektur ermöglicht kurze Ladezeiten, ein Elektromotor mit 160 kW (218 PS) treibt die Vorderräder an, gespeist wird er aus einer 84-kWh-Batterie. Die WLTP-Reichweite liegt je nach Quelle zwischen 400 und 430 Kilometern. Unter optimalen Bedingungen soll der Akku dank der 800-Volt-Technik in nur 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden können – ein Wert, mit dem sich der Staria nach Hyundais eigenen Angaben in seinem Segment an die Spitze setzt.

Mit 5,26 Metern Länge und bis zu neun Sitzplätzen zielt der Van klar auf Familien und Vielfahrer. Die Anhängelast von bis zu 2.000 Kilogramm macht ihn zudem tauglich für Pferdeanhänger, Boote oder Wohnwagen – ein Punkt, mit dem sich Hyundai bewusst von reinen Stadt-Vans absetzt.

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Der Platzhirsch aus Stuttgart

Der Mercedes VLE wurde Anfang März 2026 vorgestellt und positioniert sich als elektrischer Nachfolger beziehungsweise Flankierer der V-Klasse. Bestellbar ist er seit dem 15. April, die Einstiegspreise liegen bei rund 82.260 Euro für die zunächst verfügbare Version VLE 300, eine günstigere Basisvariante ab etwa 64.804 Euro soll folgen.

Auch der VLE setzt auf eine 800-Volt-Plattform, geht dabei aber noch einen Schritt weiter: Mit einer 115-kWh-Batterie kommt er laut Mercedes auf mehr als 700 Kilometer WLTP-Reichweite, in 15 Minuten sollen bis zu 355 Kilometer nachgeladen werden können. Zum Marktstart Ende 2026 sind zwei Antriebsvarianten geplant – der VLE 300 mit Heckantrieb und 272 PS sowie ein VLE 400 mit Allradantrieb und 415 PS. Später soll eine günstigere Version mit kleinerer 80-kWh-LFP-Batterie nachgereicht werden.

Während der Hyundai auf Nutzwert und Reichweite pro Ladestopp setzt, positioniert sich der VLE deutlich luxuriöser: Das neue Betriebssystem MB.OS mit KI-gestütztem Assistenten, ein optionaler MBUX-Superscreen über die gesamte Cockpitbreite und ein großer Deckenmonitor für die Fondpassagiere sollen den Innenraum in eine „mobile Kino- oder Business-Lounge“ verwandeln. Eine Hinterachslenkung verkleinert zudem den Wendekreis auf 10,9 Meter – ungewöhnlich wendig für ein Fahrzeug dieser Größe.

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Zwei Fahrzeuge, zwei Philosophien

Ein direkter Vergleich auf Augenhöhe wäre irreführend: Der VLE startet preislich rund 25.000 Euro über dem Staria und zielt klar auf eine andere Zielgruppe – Geschäftsführer und gutverdienende Familien, die selbst in einer S-Klasse noch zu wenig Platz finden. Der Hyundai wiederum punktet mit einem pragmatischeren Preis-Leistungs-Verhältnis und richtet sich an Familien, die einen vollwertigen E-Van ohne Luxusaufschlag suchen.

Dennoch zeigt der Vergleich, wie schnell sich das einstige Nischensegment der elektrischen Vans verdichtet. Beide Hersteller setzen auf dieselbe technologische Antwort – die 800-Volt-Architektur – um das größte Problem großer E-Fahrzeuge zu lösen: lange Ladezeiten bei hohem Energiebedarf. Wo Mercedes mit Reichweite, Software und Komfort auf Premiumkundschaft zielt, punktet Hyundai mit einem schlichteren, aber ausgereiften Gesamtpaket zu einem deutlich zugänglicheren Preis.

Für Mercedes dürfte der Staria Elektro daher weniger ein Angriff auf die eigene Kernkundschaft sein als vielmehr ein Signal: Der Markt für elektrische Familien- und Business-Vans wächst – und mit ihm die Zahl ernstzunehmender Alternativen, sollten Kunden bereit sein, für weniger Luxus auch weniger zu bezahlen.

 

Quellen: Hyundai Deutschland, ADAC, AutoScout24, Auto Bild

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