Geely macht Fortschritte bei Festkörperbatterien
Der chinesische Automobilkonzern Geely beschleunigt die Entwicklung seiner selbst entwickelten Festkörperbatterie und will 2026 erstmals ein vollständiges Batterie-Pack in ein Fahrzeug integrieren. Damit geht das Unternehmen einen entscheidenden Schritt von der Forschung hin zur praktischen Erprobung unter realen Fahrbedingungen.
Vom Zellkonzept zum einsatzfähigen Batterie-Pack
Nach Angaben des Unternehmens befindet sich die Technologie inzwischen auf einem Reifegrad, der die Montage eines kompletten Batterie-Packs erlaubt. Dieses soll nicht nur im Labor getestet werden, sondern in einem Fahrzeug umfassende Validierungs- und Sicherheitstests durchlaufen. Ziel ist es, das Zusammenspiel von Batterie, Thermomanagement und Fahrzeugarchitektur unter Alltagsbedingungen zu analysieren.
Festkörperbatterien gelten als potenzieller Durchbruch für die Elektromobilität. Durch den Einsatz fester Elektrolyte versprechen sie höhere Energiedichten, eine verbesserte Sicherheit sowie langfristig geringere Alterung gegenüber heutigen Lithium-Ionen-Batterien. Gleichzeitig stellt ihre industrielle Fertigung hohe Anforderungen an Materialqualität und Produktionsprozesse.
Geely setzt auf Eigenentwicklung
Im Gegensatz zu vielen Herstellern, die auf externe Batteriepartner setzen, verfolgt Geely eine konsequente In-house-Strategie. Forschung, Zellchemie, Pack-Design und Integration ins Fahrzeug werden unternehmensintern vorangetrieben. Das soll langfristig technologische Unabhängigkeit schaffen und die Kontrolle über Kosten, Skalierung und Produktanpassung sichern.
Die nun angekündigten Fahrzeugtests markieren einen wichtigen Übergang: Weg von isolierten Zell- oder Modulversuchen, hin zur Systemvalidierung im Fahrzeug. Genau diese Phase gilt branchenweit als entscheidender Engpass auf dem Weg zur Serienreife.
Teil eines größeren Technologiewettlaufs
Geelys Vorstoß ist Teil eines breiteren Trends in der chinesischen Automobilindustrie. Mehrere Hersteller und Batterieentwickler arbeiten intensiv an Festkörperlösungen, um sich frühzeitig Wettbewerbsvorteile bei Reichweite, Sicherheit und Ladeleistung zu sichern. China positioniert sich dabei zunehmend als globaler Taktgeber für die nächste Batteriegeneration. Noch ist offen, wann Festkörperbatterien tatsächlich in Serienfahrzeugen verfügbar sein werden. Die für 2026 geplanten Tests deuten jedoch darauf hin, dass die Technologie über das Experimentierstadium hinausgewachsen ist.
Ausblick
Sollten die Fahrzeugtests erfolgreich verlaufen, könnte Geely in den folgenden Jahren weitere Schritte Richtung Pilotproduktion und Serienintegration einleiten. Auch wenn eine Markteinführung noch nicht terminiert ist, sendet das Projekt ein klares Signal: Festkörperbatterien rücken näher an die Straße – und Geely will dabei eine aktive Rolle spielen.
Bild: Geely
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