Audi A2 e-tron: Der legendäre Kompakte kehrt als Effizienz-Stromer zurück
Audi belebt einen Namen wieder, der einst für ungewöhnliche Ideen und konsequenten Leichtbau stand: Der A2 kehrt zurück – diesmal ausschließlich mit Elektroantrieb. Der neue A2 e-tron soll dabei weniger ein nostalgisches Retroauto als vielmehr ein besonders effizienter Kompaktwagen für den europäischen Markt sein.
Mit einem Normverbrauch von nur 12,8 kWh pro 100 Kilometer setzt Audi ein klares Ausrufezeichen. Gleichzeitig verspricht der Stromer bis zu 646 Kilometer Reichweite nach WLTP. Der Einstiegspreis liegt bei 38.200 Euro.
Eine bekannte Idee, neu interpretiert
Der erste A2 sorgte Ende der 1990er-Jahre vor allem mit seiner ungewöhnlichen Karosserie, der Aluminium-Bauweise und seinem niedrigen Verbrauch für Aufsehen. Der neue A2 e-tron übernimmt diese Grundidee der Effizienz, geht technisch aber einen völlig anderen Weg.
Die rund 4,32 Meter lange Neuauflage basiert auf der weiterentwickelten MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns. Optisch erinnert die kompakte Karosserie dennoch deutlich an den Vorgänger. Die hoch aufragende Silhouette, die relativ steile Heckpartie und die konsequent auf Aerodynamik ausgelegte Form greifen bekannte Elemente auf, ohne den neuen Audi zu einer bloßen Retro-Kopie zu machen.
Besonders wichtig ist der Luftwiderstand. Audi nennt einen cw-Wert von 0,24. Zusammen mit dem effizienten Antrieb und der optimierten Batterie soll dies dazu beitragen, möglichst wenig Energie für jeden gefahrenen Kilometer zu benötigen. Audi bezeichnet den A2 e-tron deshalb als effizientestes Serienmodell der eigenen Geschichte.
Vier Leistungsstufen für unterschiedliche Ansprüche
Beim Antrieb hält Audi mehrere Optionen bereit. Das Leistungsspektrum reicht von 125 kW beziehungsweise 170 PS bis hin zu 240 kW oder 326 PS.
Die Basisversion verfügt über eine 52-kWh-Batterie und kommt auf eine WLTP-Reichweite von 423 Kilometern. Darüber rangiert eine Variante mit 61-kWh-Akku und 140 kW Leistung. Sie soll bis zu 515 Kilometer schaffen. Interessant wird es bei der großen Batterie: Mit 84 kWh stehen 170 kW beziehungsweise 231 PS zur Verfügung. In dieser Konfiguration steigt die Reichweite auf bis zu 646 Kilometer. Das sportliche Topmodell nutzt ebenfalls den 84-kWh-Akku und leistet 240 kW. Wegen der höheren Leistung sinkt seine maximale WLTP-Reichweite auf rund 630 Kilometer. Alle Varianten setzen auf Heckantrieb. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Ausführung bei 160 beziehungsweise 200 km/h.
Der sparsamste A2 soll nur 12,8 kWh benötigen
Die wohl wichtigste technische Kennzahl des neuen Audi ist nicht die Leistung, sondern der Verbrauch.
In der besonders effizienten 140-kW-Version mit entsprechendem Effizienzpaket gibt Audi einen vorläufigen WLTP-Verbrauch von lediglich 12,8 kWh pro 100 Kilometer an. Damit positioniert sich der A2 e-tron nicht als elektrischer Kraftprotz, sondern als konsequent auf Reichweite und niedrigen Energiebedarf ausgelegtes Fahrzeug. Zum Vergleich: Selbst die leistungsstärkeren Varianten bleiben laut Audi beziehungsweise den veröffentlichten technischen Daten im Bereich von rund 14 kWh pro 100 Kilometer. Natürlich sind solche Werte im Alltag stark von Geschwindigkeit, Temperatur, Bereifung und Fahrprofil abhängig. Dennoch zeigt der A2 e-tron, wohin Audi das Fahrzeugkonzept entwickeln wollte: möglichst viel Strecke mit möglichst wenig Energie.
Kompakt außen, überraschend großzügig innen
Auch beim Innenraum versucht Audi, den vorhandenen Platz möglichst effektiv auszunutzen.
Vorne wartet ein digitales Cockpit mit einem 11,9 Zoll großen Instrumentendisplay und einem 12,8 Zoll großen zentralen Touchscreen. Das Infotainmentsystem basiert auf Audis aktueller Software-Generation und integriert unter anderem den Sprachassistenten sowie eine Routenplanung speziell für Elektrofahrzeuge.
Im Fond fällt die Platzsituation für ein Fahrzeug dieser Größe ordentlich aus. Personen bis etwa 1,80 Meter sollen ausreichend Raum vorfinden. Allerdings hat die Elektroplattform auch einen Nachteil gegenüber dem historischen A2: Die charakteristischen Aussparungen für die Füße der Fondpassagiere gibt es nicht mehr. Der Unterboden wird heute von der Batterie benötigt. Audi setzt außerdem auf ein ungewöhnliches Detail bei der Innenraumgestaltung. Über magnetische Befestigungspunkte lassen sich Zubehörteile wie Halterungen oder Ablagen flexibel anbringen. Dafür arbeitet Audi mit dem Befestigungsspezialisten Fidlock zusammen. Das Konzept erinnert ein wenig an Lösungen, die bislang eher aus günstigeren Fahrzeugen bekannt sind.
Laden bleibt ein wichtiger Schwachpunkt
Beim Thema Schnellladen kann der A2 e-tron nicht ganz mit den besten aktuellen Elektroautos mithalten.
Je nach Version liegt die maximale DC-Ladeleistung bei 100 bis 183 kW. Die großen Batterievarianten erreichen dabei die höheren Werte. Audi verspricht, dass sich innerhalb von zehn Minuten Ladezeit Energie für rund 200 zusätzliche Kilometer nachladen lässt. Auf dem Papier klingt das ordentlich. Im Vergleich zu einigen neueren Elektrofahrzeugen ist die Ladeleistung allerdings nicht außergewöhnlich. Wer häufig lange Autobahnstrecken fährt, dürfte deshalb stärker auf die tatsächliche Ladekurve als auf den maximalen kW-Wert achten.
Audi macht den A2 zum neuen Einstieg
Preislich beginnt das Comeback bei 38.200 Euro. Dafür gibt es den A2 e-tron mit 125 kW und der kleineren Batterie. Die weiteren Varianten positionieren sich deutlich darüber: Die 61-kWh-Version startet bei 41.900 Euro, während der 170-kW-A2 mit großer Batterie mindestens 48.900 Euro kostet. Für das 240-kW-Topmodell werden 51.200 Euro aufgerufen.
Damit ist der neue A2 zwar günstiger als größere Audi-Elektrofahrzeuge wie der Q4 e-tron, ein klassisches Schnäppchen ist er trotzdem nicht. Genau hier dürfte eine der spannendsten Fragen des neuen Modells liegen: Reicht der Premium-Anspruch aus, um den Aufpreis gegenüber technisch verwandten Modellen des Volkswagen-Konzerns zu rechtfertigen?
Der A2 will nicht einfach ein elektrischer ID.3 sein
Technisch ist die Nähe zu anderen MEB-Modellen offensichtlich. Audi versucht deshalb vor allem über Design, Innenraum, Ausstattung und Effizienz eine eigene Position zu schaffen.
Zur Serienausstattung gehören unter anderem moderne Assistenzsysteme, eine Rückfahrkamera, Navigation, Smartphone-Lademöglichkeiten und das digitale Cockpit. Auch bei der Software will Audi den A2 stärker als eigenständiges Produkt positionieren. Gleichzeitig zeigt das Fahrzeug eine interessante Entwicklung innerhalb der Marke: Nachdem Audi sich zunehmend von kleineren Modellen verabschiedet beziehungsweise sein Portfolio neu sortiert, übernimmt der A2 e-tron eine wichtige Rolle als elektrischer Einstieg in die Marke.
Bestellstart im September, Auslieferungen ab Dezember
Der neue A2 e-tron soll in Deutschland ab dem 10. September 2026 bestellbar sein. Die ersten Fahrzeuge sollen im Dezember zu den Kunden kommen. Produziert wird das Modell im Audi-Werk Ingolstadt. Damit wird aus dem einstigen Außenseiter A2 erneut ein Experiment für Audi. Nur steht diesmal nicht Leichtbau aus Aluminium im Mittelpunkt, sondern die möglichst intelligente Nutzung elektrischer Energie.
Fazit: Der Name passt erstaunlich gut
Der neue A2 e-tron hat mit dem ersten A2 technisch wenig gemeinsam. Und trotzdem passt der Name erstaunlich gut.
Schon der ursprüngliche A2 wollte zeigen, dass ein Auto nicht möglichst groß und schwer sein muss, um alltagstauglich zu sein. Die elektrische Neuauflage verfolgt einen ähnlichen Gedanken: kompakte Abmessungen, viel Innenraum und möglichst geringer Energieverbrauch.
Mit bis zu 646 Kilometern Reichweite und einem Normverbrauch von 12,8 kWh pro 100 Kilometer bringt Audi tatsächlich starke Effizienzwerte ins Kompaktsegment. Gleichzeitig bleibt der Einstiegspreis von 38.200 Euro eine Ansage. Ob der A2 e-tron damit zum neuen Publikumsliebling wird, muss sich erst zeigen. Technisch aber ist Audis Rückkehr zu diesem Namen bemerkenswert: Der A2 ist wieder da – und diesmal soll er vor allem beweisen, dass Effizienz auch im Premiumsegment eine zentrale Rolle spielen kann.
Bilder: Audi AG
Share this content:


















Kommentar abschicken